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  • Erfundene Krankheiten der Pharmaindustrie

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Kultur - Kunst - Freizeit

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    Samstagabend, ab 19.00 Uhr, startet die Vernissage mit der Künstlerin Juana Reimers, in der denkmalgeschützten Qube Villa, in Heidelberg. Samstagabend, ab 19.00 Uhr, startet die Vernissage mit der Künstlerin Juana Reimers, in der denkmalgeschützten Qube Villa, in Heidelberg. Ihre Weiterlesen ...
  • Blei im Wasser. Ein Drama in drei Akten. +

    Tee mit Blei 1. Der schöne MomentFrüh morgens. Der Auftakt des Tages. Sogar eine winzige Küche kann zum Lieblingsort werden, wenn sie dafür Weiterlesen ...
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News - Ticker - Aktuell

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Hahn mit Tropfen

Trinkwasser ist sicher? Immer mehr Experten widersprechen. 

Laut Trinkwasserverordnung muss unser Trinkwasser „frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein“ sein. Zudem regelt die Trinkwasserverordnung, wie das Wasser gewonnen wird und wie die Versorger es aufbereiten müssen. Die Wasserbetriebe sind auch verpflichtet, die gesetzlichen Vorschriften und Grenzwerte einzuhalten sowie das Wasser regelmäßig auf rund 40 verschiedene Stoffe zu untersuchen. Kritiker halten die Trinkwasserverordnung nicht mehr für zeitgemäß, sie habe Lücken. So gibt es beispielsweise keine Grenzwerte für Medikamente oder Hormone. Auch wird nicht nach Viren oder Parasiten gesucht.

Es gibt nur einen Indikatortest auf Bakterien, und sollte der positiv sein, wird weitergesucht. Allerdings sind Viren und Parasiten widerstandsfähiger als Bakterien, könnten also durchaus im aufbereiteten Wasser vorkommen, obwohl der Bakterien-Indikatortest negativ ausfällt. Die Trinkwasserverordnung ist auch widersprüchlich in sich selbst. Zum einen steht darin, dass die Reinheit des Trinkwassers vorausgesetzt wird, und zum anderen gibt es Grenzwerte für gesundheitsgefährdende Stoffe. Doch unter reinem Wasser versteht der Normalbürger ein Wasser frei von Fremdstoffen.

Mit den Grenzwerten gibt es also eine gesetzlich festgelegte Verunreinigung des Trinkwassers, bemängeln Kritiker. Aber gesunder Menschenverstand sagt einem auch, dass es in der heutigen Zeit ein Ding der Unmöglichkeit ist, bundesweit ein absolut reines Trinkwasser zur Verfügung zu stellen. Demnach sind Grenzwerte sinnvoll, doch dann stellt sich die Frage, warum nur auf 40 Stoffe getestet werden – denn wofür es keinen Grenzwert gibt, wird nicht getestet. Die deutschen Behörden sprechen gerne davon, dass unser Trinkwasser rein ist, doch so pauschal lässt das Prof. Dr. Martin Exner nicht gelten. „Vor allem bei Hausbrunnen und kleineren kommunalen Versorgern stimmt das so nicht“, so der Vorsitzende der Trinkwasserkommission (TWK) gegenüber zdf.de. Auch die Trinkwasser-Expertin des Umweltbundesamtes gibt zu, dass man nicht reines Trinkwasser hätte propagieren sollen. „Wir sind auch ein bisschen selber schuld, weil wir jahrelang das Image des reinen Trinkwassers gepredigt haben. Wasser kann nicht absolut frei von Krankheitserregern sein. Es dürfen nur eben keine Konzentrationen vorkommen, die schädlich oder gesundheitsgefährdend sein könnten“, so Ingrid Chorus gegenüber zdf.de.

Doch reicht dafür die bestehende Trinkwasserverordnung, oder muss nachgebessert werden? Die TWK sieht Handlungsbedarf. Die Trinkwasserkommission (TWK) ist eine nationale Fachkommission des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) – angesiedelt beim Umweltbundesamt (UBA). Sie berät beide Behörden in den Fragen der Trinkwasserhygiene. Vorsitzender Exner sieht vor allem Nachholbedarf bei den Kontrollen. „Die mikrobiologischen Risiken hingegen werden bislang systematisch nicht berücksichtigt. In der europäischen Wasserrahmenrichtlinie findet man die Begriffe Krankheitserreger oder Mikroorganismen überhaupt nicht“, so der Mediziner zu zdf.de. Die TWK beschäftigt sich mit aktuellen Fragen und Problemen der Trinkwasserhygiene und gibt Empfehlungen heraus, die in erster Linie dem vorbeugenden Gesundheitsschutz geschuldet sind. Die Empfehlungen dienen vor allem den Gesundheitsämtern und Versorgern als Grundlage. In dem diesjährigen Bericht der TWK äußert die Kommission die Sorge darüber, dass sich die Gesundheitsämter in zunehmendem Maß aus der Überwachung von Trinkwasseranlagen zurückziehen. Aus dem TWK-Bericht geht hervor, dass besonders bei kleinen Wasserversorgern vieles im Argen liegt.

Die Probleme sind „in kleinen Wasserversorgungen hygienisch relevant; gesundheitliche Risiken sind hier vielfach zu besorgen“. Es wird mangelnder Sachverstand kritisiert, da der Betrieb durch Laien oder nicht ausreichend qualifiziertes Personal geführt wird. Zudem bestehe ein mangelndes Problem- und Verantwortungsbewusstsein bei den Verantwortlichen und keine Kenntnis und Berücksichtigung des technischen Regelwerkes. Bei den kleinen Wasserversorgern gebe es eine vergleichsweise häufige Übertretung von Grenzwerten und damit ein erhöhtes Risikopotenzial. Lückenhafte Kenntnis und Überwachung der Rohwasserqualität kommen ebenfalls häufig hinzu. Das Rohwasser ist jedoch nicht nur ein Thema, das die kleinen Versorger betrifft. Laut Exner wird dem Rohwasser insgesamt zu wenig Beachtung geschenkt. Das Schlagwort lautet hier Oberflächenwasser. Während das Rohwasser aus tieferen Gesteinsschichten eine durchaus gute Grundqualität mitbringt, sind die Qualitätsunterschiede beim Oberflächenwasser je nach Region gravierend. Daher fordert Exner künftig auch diverse Untersuchungen des Oberflächenwassers und nicht nur des aufbereiteten Trinkwassers. Bereits 2004 hat die Weltgesundheitsorganisation hierfür ein Konzept vorgelegt.

Die TWK will einen Ansatz zur Durchführbarkeit noch in diesem Jahr präsentieren. So ist in dem Bericht zu lesen: „Auf der Basis der heutigen Erkenntnisse und den WHO- bzw. OECD-Empfehlungen sollen unter Berücksichtigung infektiologischer, epidemiologischer, ökologischer und aufbereitungstechnischer Aspekte und unter Berücksichtigung des bisherigen auch in Deutschland hierzu bereits durchgeführten Forschungsvorhabens sowie von Ausbruchuntersuchungen und Vorschlägen für die Anpassung des bisherigen hygienischmikrobiologischen Überwachungssystems gegeben werden. Das bisherige bakteriologische Indikatorsystem sollte grundsätzlich nicht aufgegeben werden, sondern durch ein entsprechendes erweitertes System unter Einbeziehung von Indexpathogenen, die bereits im Rohwasser ggf. zu analysieren sind, ergänzt werden.“ Neue Analysemöglichkeiten machen es heute deutlich einfacher, Mikroorganismen selbst in geringsten Mengen nachzuweisen. „Die Schutzmaßnahmen vor Krankheitserregern im Trinkwasser werden durch neue Aufbereitungstechniken und das zunehmende Wissen eher besser“, so Chorus gegenüber zdf.de. „Unser hohes Gut, Wasser aus der Leitung trinken zu können, ist weltweit gesehen leider nicht selbstverständlich.

Es für die Zukunft zu bewahren ist eine Aufgabe für die ganze Gesellschaft“, so Exner. Daher hat sich die TWK für die Periode bis 2014 auch einige Projekte auf die Fahnen geschrieben. Unter anderem zum einen die Etablierung des neuen hygienisch-mikrobiologischen Überwachungskonzeptes nach dem Water-Safety-Plan-Konzept der WHO, eine Leitlinie für die Überwachung von Kleinwasserversorgungsanlagen, die Labormeldepflicht bei Grenzwertüberschreitung sowie den Gesundheitsschutz vor Kartellrecht zu stellen. Auch die Leitlinie nach §§ 9 und 10 der TrinkwV 2011 soll überarbeitet werden. Die regelt das Vorgehen bei Grenzwertüberschreitungen und trinkwasserassoziierten Ausbrüchen. Das deutsche Trinkwasser hat schon eine gute Grundqualität, allerdings gibt es noch vieles an der Trinkwasserverordnung und -versorgung zu bemängeln bzw. zu verbessern. Von der TWK neu als in Deutschland bedeutsam eingestufte, durch Wasser übertragene Erreger (emerging pathogens):

• Legionella
• Enterohämorrhagische E.coli
• Coliforme (Klebsiella, Enterobacter, Serratia)
• Campylobacter
• P. aeruginosa, Acinetobacter
• Helicobacter pylori
• Adenovirus
• Enteroviren
• Norovirus
• Cryptosporidia
• Giardia lamblia

 

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