Fliehende-Familie-in-Mine

Amerikanische Geologen haben enorme Vorkommen verschiedener „seltener Erden“ in Afghanistan entdeckt. Damit werden wieder Begehrlichkeiten für die US-Wirtschaft geweckt. Die Ankündigung im Oktober von Präsident Obama die amerikanischen Einsatzkräfte statt zu reduzieren wieder zu erhöhen erscheint dadurch in einem anderen Licht. Vor allem weil sich der so angeblich profitable Fracking-Boom zu einem betrügerischen Bilanzskandal entwickelt und Milliardenverluste drohen.

Afghanistan war als Rohstoffland nie besonders interessant. Nun entdeckten amerikanische Geologen riesige Mengen an Lithium, Kupfer, Eisen, Kobalt und Gold, sogenannte „seltene Erden“. Plötzlich bleibt Afghanistan interessant weiter militärisch zu intervenieren, eine stabile pro amerikanische Regierung aufzubauen und den amerikanischen Unternehmen dadurch den Zugang zu den Rohstoffen zu ermöglichen. Es locken Milliardengewinne. Nach Angaben der Geologen wurden in den Böden Afghanistans mineralische Rohstoffe im Wert von 820 Milliarden Euro entdeckt. Würden diese Rohstoffe angezapft, könnte Afghanistan laut New York Times zu einem führenden Rohstoffexporteur aufsteigen.


China hat aktuell praktisch das globale Monopol für seltene Erden auf dem Weltmarkt. Die in China abgebauten Rohstoffe sind vor allem für die Produktion von High-Tech Produkten wichtig. Alle Chips brauchen Lithium. Für die USA ist Afghanistan jetzt die Möglichkeit das Monopol China´s auf dem Rohstoffmarkt von seltenen Erden zu brechen. Dies würde eine größere Unabhängigkeit bedeuten. Es ist anzunehmen, dass Afghanistan für die US-Wirtschaft nun besonders interessant ist. Wahlkämpfe werden durch große Spenden von Unternehmen unterstützt. Folglich sind gewählte Politiker in den USA auch immer gerne bereit wirtschaftliche Interessen global politisch umzusetzen.

Außerdem kommt der Fund in Afghanistan wie gerufen. Derzeit zeichnet sich laut Bloomberg an der Wall Street ein gigantischer Fracking-Betrug ab. Eigentlich ist es kein Betrug, den die Praxis der Bilanzierung der Fracking-Unternehmen wurde durch heftige Lobby-Arbeit legal gemacht. Im Jahr 2009 schafften es die mächtigen Lobby-Gruppen der US-Ölindustrie die amerikanische Börsenaufsicht (SEC) neue Bilanzregeln einzuführen. Damit durften alle Reserven im Boden in der Bilanz ausgewiesen werden, selbst wenn sie nicht in den nächsten fünf Jahren gefördert werden.

Der Ölpreis fand bei der Bilanzierung keine Beachtung. Es war egal wie oder ob es überhaupt profitabel ist die Reserven im Boden zu fördern. So wuchsen praktisch über Nacht die Rohstoffbestände der Fracking-Firmen um viele Milliarden Barrel Öl an. Es kam beinahe zu einer Verdoppelung durch das neue Bilanzierungs-Gesetz. Durch diesen kleinen Bilanztrick wurden Milliarden von Dollar von Investoren aufgenommen und Kredite von Banken genommen.

Das Bilanzgesetz hat jedoch einen Haken. Es hat ein Verfallsdatum, nämlich es gilt nur bis 2015. Ab dann müssen die Unternehmen wieder die tatsächlichen Reserven in ihren Bilanzen ausweisen, die Reserven welche sie zu aktuellen Marktpreisen abbauen können. Bei einem aktuellen Marktpreis von 40 Dollar, der sicherlich noch länger auf niedrigem Niveau bleiben wird, wird nur noch ein Bruchteil der Ölreserven in den Büchern der Fracking-Unternehmen auftauchen. Dies wird zur Folge haben, dass massenhaft investiertes Geld abgebaut und Bankkredite in großem Umfang abgebaut werden müssen.

Chesapeake Energy, einer der größten Fracking-Unternehmen wird auf einen Schlag 1,1 Milliarden Barrel Öl aus den Bilanzen streichen müssen, knapp die Hälfte was derzeit in den Büchern steht. Die Bill Barrett Corp. in Denver fehlen nun 40 Prozent und Oasis Petroleum um 33 Prozent. Die große „Shale-Revolution“, wie das Fracking-Wunder in den USA bezeichnet wurde, ist am Ende angekommen. Es wird sich zeigen wie viele Banken wegen den Krediten von hunderten an Fracking-Firmen in ihrer Existenz bedroht sein werden. Ein globaler Finanzcrash ist durchaus im Rahmen des Möglichen.

Daher sind die gigantischen entdeckten Mengen an Rohstoffen in Afghanistan für die USA in wirtschaftlicher Hinsicht überaus verlockend. Für das Land Afghanistan und seine Bevölkerung könnte der Fund vom Segen zum Fluch werden. Die USA und die Nato scheuen nicht davor zurück mit allen Mitteln ihre geopolitischen Interessen durchzusetzen. Profitieren werden wohl wieder nur die Eliten von Afghanistan und westliche Konzerne.

Beim Antritt seiner zweiten Amtszeit war das eindeutige Ziel alle US-Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Es wurden auch immer mehr Soldaten abgezogen. Im Oktober kam die plötzliche Kehrtwende. Der Abzug wird verzögert. Im nächsten Jahr werden weiterhin 9.800 US-Soldaten in Afghanistan bleiben. 2017 sollen noch 5.500 US-Soldaten in den Stützpunkten Bagram, Jalalabad und Kandahar verbleiben. Geplant war zuvor nur der Einsatz von 1.000 Soldaten. Laut Weißem Haus sind der Entscheidung monatelange Bewertungen der Lage und Beratungen mit afghanischen Verbündeten vorausgegangen. Es handelt sich um „eng definierte Missionen“. Das Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan sei immer noch das Ziel. Die neuen Pläne lässt sich die US-Regierung 14,6 Milliarden Dollar kosten.

Begründet wird wie immer mit dem Kampf gegen den Terror. Diesmal ist es die jüngste Offensive der Taliban. General John Campbell, Oberkommandeur der US-Streitkräfte in Afghanistan, argumentierte mit der kurzzeitigen Eroberung von Kundus durch die Taliban. Mit nur einer kleinen US-Truppe, würden nur „sehr begrenzte Fähigkeiten“ zur Sicherung des Friedens vorhanden sein.

Auch die Nato drehte sich um 180 Grad. Eigentlich sollte zum Jahreswechsel der Nato-Einsatz abgeschlossen sein. Mit der neuen Mission Resolute Support wird die Nato wieder mehr Soldaten nach Afghanistan schicken. Derzeit sind 13.000 Nato-Soldaten im Land, davon etwa 860 von der Bundeswehr. „Wir wollen mit unseren Partnern ein Zeichen setzen, dass wir beharrlich an einer Stabilisierung Afghanistans arbeiten. Jetzt können wir mit unseren Partnern der Mission Resolute Support die nächsten Schritte beraten“, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in Hinblick auf die Entscheidung der USA. Das deutsche Kontingent wird demnächst auf 1.000 Soldaten erhöht.

Am Ende werden die geopolitischen Interessen siegen. Der Vorwand ist die erhöhte Angriffslust der Taliban, doch der Westen hat auch schon Bevölkerungen von anderen Staaten im Stich gelassen, wenn es nichts zu holen gab. Locken jedoch Milliarden für die Wirtschaft, kann damit gerechnet werden, dass die Nato und die USA diese sichern werden. Afrika ist hierfür ein gutes Beispiel. Der belgische Abgeordnete Laurent Louis fand bei seiner Rede 2013 im Parlament deutliche Worte zur heutigen Politik. Es ging um die Entsendung belgischer Soldaten nach Mali.

Was heute in der Welt passiert bringt mich kein Stück zum Lachen, weil die Führer der westlichen Nationen ihr Volk für dumm verkaufen. Das mit Hilfe und Unterstützung der Medien, die nichts weiter als Propaganda-Organe der regierenden Mächte sind. Überall auf der Welt häufen sich militärische Interventionen und Destabilisierungen von Regierungen. Präventivkriege wurden zur Regel. Und im Namen der Demokratie und des Kampfes gegen den Terror nehmen wir heute Staaten das Recht und die Souveränität unabhängiger Nationen zu verletzen und legitime Machthaber zu stürzen. Die Verlogenheit Amerikas führte zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan. Dann kamen Ägypten, Tunesien und Libyen. Wo unsere Nation, durch unsere Entscheidungen, an vorderster Front war, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Jedes Mal wurden gemäßigte und progressive Regierungen gestürzt, um sie dann durch islamistische Regierungen zu ersetzen. Ist das nicht merkwürdig? Sie fingen an die Sharia als Gesetz einzuführen. Das passiert aktuell in Syrien, wo Belgien die Bewaffnung der extremistischen Rebellen unterstützt, die versuchen Baschar Al-Assad zu stürzen. Unser Außenminister entschied sich neun Millionen Euro den syrischen Rebellen anzubieten. Natürlich will man uns glauben machen, dass dieses Geld humanitären Zwecken dienen wird. Eine weitere Lüge.

Seit Monaten kann man sehen, dass unser Land nur dabei mithilft islamistische Regime in Nordafrika und im Nahen Osten zu etablieren. Wen sie nun also vorgeben den Krieg zu beginnen und in Mali gegen den Terror zu kämpfen, dann ist das einfach nur lächerlich. Es ist eine Lüge. Unter diesem scheinheiligen Vorwand intervenieren wir nur, um finanzielle Interessen zu verteidigen. In einer vollständig neu kolonialistischen Geisteshaltung. Es ist völliger Unsinn den Franzosen in Mali zu Helfen, im Namen des Kampfes gegen den islamischen Terror, wenn wir zur gleichen Zeit den Sturz von Baaschar in Syrien durch islamistische Rebellen unterstützen.

Es ist an der Zeit aufzuhören zu Lügen und die Menschen für dumm zu verkaufen. Es ist an der Zeit die Wahrheit zu sagen. Wir bewaffnen islamistische Rebellen, wie der Westen es in der Vergangenheit auch gemacht hat […] Die westlichen Nationen nutzen jede Gelegenheit Militärbasen in den eroberten Nationen zu errichten, wobei sie dann Aufträge an westliche Unternehmen vergeben. Es ist alles strategisch geplant. Im Irak haben sich unsere amerikanischen Verbündeten das Öl des Landes unter den Nagel gerissen.

In Libyen, Tunesien, Ägypten und jetzt in Syrien ist es das Ziel gemäßigte Regierungen zu stürzen und sie mit islamistischen Regierungen zu ersetzen, die schnell zu einem Problem werden. Die werden wir schamlos angreifen, während wir wieder vorgeben gegen den Terrorismus zu kämpfen oder Israel zu verteidigen.

Einen Krieg zu führen um Menschen vor einem Angreifer oder Aggressoren von außen zu verteidigen ist eine ehrenhafte Sache. Aber einen Krieg zu führen um die Interessen der USA zu verteidigen oder die Interessen großer Konzerne wie AREVA zu verteidigen, oder um sich Gold Minen unter den Nagel zu reißen – das hat nichts ehrenhaftes. Das zeigt nur das unsere Länder Aggressoren und Verbrecher sind. Keiner wagt es das auszusprechen, aber ich werde nicht Ruhe geben. Dieses System bloß zu stellen ist eine Pflicht. Das zu tun erfüllt mich mit Stolz. Ganz ehrlich ich entschuldige mich für den primitiven Ton meiner Rede.

Aber f**kt euch alle ihr so genannten guten Menschen vom linken und auch rechten Flügel sowie aus der Mitte, die ihr die Stiefel der korrupten Mächte leckt. F**kt euch alle ihr Führer die mit ihren Bomben spielt wie kleine Kinder auf dem Spielplatz. F**kt euch die ihr vorgebt Demokraten zu sein, während ihr nichts weiter als erbärmliche Kriminelle seid. Ich habe auch nicht viel Respekt für diese erbärmlichen Journalisten, welche die Frechheit besitzen, die Gegner dieser Politik als geistig behinderte zu bezeichnen, obwohl sie sehr genau wissen, dass diese Gegner absolut recht haben.

Zu guter Letzt verachte ich in höchstem Maße diejenigen, die glauben die Könige dieser Welt zu sein und uns ihre Gesetze diktieren. Ich stehe auf der Seite der Wahrheit, auf der Seite der Gerechtigkeit, auf der Seite der unschuldigen Opfer von Plünderungen um jeden Preis. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden in aller Deutlichkeit diese Resolution abzulehnen, nach der unser Land Frankreich bei seiner neo- kolonialistischen Operation unterstützen soll.

Diese deutlichen Worte fand der belgische abgeordnete Laurent Louis bereits 2013. Syrien und die Flüchtlinge sind heute das beherrschende Thema in den Medien. Doch es war abzusehen. Genauso wird abzusehen sein, wie sich die westlichen Staaten die neu entdeckten Rohstoffe in Afghanistan sichern werden.

 

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