Spreewald-Fließe

Eine Laboruntersuchung im Auftrag der Umweltorganisation BUND ergab, dass im Ockerschlamm der Spree-Fließe rund um den Tagebau Welzow-Süd zu hohe Konzentrationen an Arsen, Kupfer, Nickel und Zink vorhanden sind. Der Bergbaubetreiber LEAG sowie das Ministerium reagierten auf die Nachricht wortkarg. Das Bergbauamt prüft indessen die Hinweise auf zu hohe Arsen-Werte.

Seit Jahren färbt sich mancherorts die Spree braun. Im Schlamm der Spree-Fließe wurden überhöhte Konzentrationen von Kupfer, Nickel und Zink festgestellt. Die Grenzwerte seien mehrfach überschritten. An vier Orten rund um den Tagebau Welzow-Süd überschreiten zudem die Arsenkonzentrationen mehrfach den maximal erlaubten. Das ergab jedenfalls die Laboruntersuchung im Auftrag der Umweltorganisation BUND. Die Umweltorganisation ging davon aus, dass der Ockerschlamm aus dem Tagebau endgültig an den Ufern der Fließe liegenbleiben soll.

Laut den Untersuchungsergebnissen des Labors lag die Arsenkonzentration an vier Orten unweit des Tagebaus Welzow-Süd, an denen Proben entnommen wurden, zwischen 21 und 95 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse. Für Baggergut das wieder in die Umwelt gebracht wird, sind höchstens 20 Milligramm zulässig. Die Umweltschützer fordern den arsenhaltigen Schlamm als Sondermüll entsorgen zu lassen.

Die Grünen fordern vom Landesbergamt tätig zu werden. Heide Schinowsky, bergbaupolitische Sprecherin der Grünen, zeigt sich besorgt. Der Naturschutz Verband BUND habe „besorgniserregende Informationen über eine giftige Kontaminierung des ausgebaggerten Schlamms“ vorgelegt. „Als Überwachungsinstanz ist das Brandenburger Landesbergamt jetzt dringend gefordert, dem nachzugehen.“

Für Landesbergbauamt-Präsident Hans-Georg Thiem sei es normal das Schlamm welcher aus den Fließen regelmäßig ausgebaggert wird, vorerst zum Trocknen an den Rand des Gewässer gelegt werde, um anschließend entsorgt zu werden. Das Eisenhydroxid welches für die Braunfärbung des Wassers verantwortlich ist, bindet das Arsen, so dass es nicht ausgewaschen wird.

Er gehe aber nicht davon aus, dass das Arsen aus dem Braunkohletagebau stammt. Für ihn wäre es denkbar, dass durch die Landwirtschaft mit der Düngung ausgebrachtes oder natürlich vorkommendes Arsen sich angereichert habe. Er gehe auch davon aus, dass der Ockerschlamm regelmäßig untersucht wird. Thiem sieht nach derzeitigem Stand keine Gefahr für die Verbraucher. In wenigen Tagen werde das Amt nähere Angaben machen können.

Bergbausanierers LMBV, welcher weiter nördlich als der vom BUND untersuchten Region tätig ist, erklärt, das die Abbaggerungen von Schlamm immer mit behördlich überwachten Messungen einhergehen. Sollte einer der Grenzwerte überschritten werden, dann wird Material als Sondermüll entsorgt. Der Bergbausanierer bekämpft die Eisenbelastung des Wassers am südlichen Rand des Spreewaldes.

Der Bergbaubetreiber LEAG erklärt, von den Vorwürfen des BUND nur aus der Presse erfahren zu haben und man wolle sich die Untersuchung genauer anschauen. Der zuständige Wasser- und Bodenverband grabe regelmäßig die Fließe aus und das Unternehmen gehe von einer sachgerechten Arbeit aus.

Laut Bund sind die Schadstoffe im Sediment der Tagebaue enthalten und werden durch die Hebung des Grundwassers zutage gefördert. Dieses Grubenwasser wird dann in die umliegenden Fließe abgeleitet und so reichern sich die Schadstoffe dann im Schlamm an.

Die Fließe passieren landwirtschaftliche Flächen sowie Siedlungen. Teilweise wird das Wasser zur kostenlosen Gartenbewässerung zur Verfügung gestellt sowie Fischteiche und Angelgewässer damit gespeist, so der Naturschutzverband.

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