Bremen-Weser

Die Trinkwasserversorgung in Bremen hängt stark von Niedersachsen ab. Das bleibt auch nach Ansicht der Bremer Umweltbehörde so. Eine Nutzung der Weser zur Trinkwassergewinnung sei unrealistisch und zu aufwendig. Es wäre „ein Rückschritt für die Wasserversorgung Bremens und die Nahrungsmittelindustrie am Standort“.

Bremen wird bei der Trinkwasserversorgung auch in Zukunft von den Lieferungen aus Niedersachsen angewiesen sein. Eine Aufbereitung des Weserwassers, also von Uferfiltrat, wird vom Umweltressort des Senats deutlich abgelehnt, denn es wäre „ein Rückschritt für die Wasserversorgung Bremens und die Nahrungsmittelindustrie am Standort“. So lautet die Antwort des Senats zur Anfrage bezüglich der Zukunft der Trinkwasserversorgung in Bremen und Bremerhaven von der CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Das Thema Trinkwassergewinnung aus der Weser ist immer wieder ein Thema der Bremer Politik. Durchaus verständlich, beziehen die Bremer 85 Prozent ihres Wassers aus Niedersachsen und sind dadurch in einer Abhängigkeit. Dabei fließt in Bremen die große Weser durch das kleinste Bundesland. In Deutschland wird durchaus Flusswasser zu Trinkwasser aufbereitet. So wird zum Beispiel entlang des Rheins an vielen Orten sogenanntes Uferfiltrat für die Trinkwasserversorgung genutzt. Vor zwei Jahren haben die Grünen die Weser als Trinkwasserressource ins Spiel gebracht - ‘Grüne forcieren Trinkwassergewinnung aus der Weser‘.

Die Unabhängigkeit vom Import aus Niedersachsen war ein wichtiges Argument. Noch ist die Versorgung über längere Zeiträume abgesichert, doch Bremen wächst schnell und braucht immer mehr Wasser. Zudem mehrt sich der Widerstand in einigen Fördergebieten Niedersachsen die Versorgung Bremens betreffend. Viele Städte und Gemeinden wollen in erster ihre eigene Wasserversorgung absichern und es ist zunehmend zu beobachten, dass Zulieferer immer weniger dazu bereit sind ihren wertvollen Rohstoff herzugeben.

Im Panzerberg/Landkreis Verden kritisieren Umweltschützer die ökologischen Folgen der Trinkwasserförderung für Bremen. Immerhin 25 Prozent des gesamten Trinkwassers für Bremen kommt vom Panzerberg. Vertraglich ist die Versorgung noch bis 2023. Der Bremer Senat möchte eine Verlängerung der Zulieferung, doch die zuständigen niedersächsischen Behörden zeigen sich nicht besonders bereitwillig. Bis zum Herbst hofft Bremen auf erste Signale unter welchen Auflagen ein neuer Vertrag über 2023 geschlossen werden kann.

Egal wie die Verhandlungen bezüglich der Lieferungen vom Panzerberg verlaufen werden, für den Bremer Senat ist die Gewinnung von Uferfiltrat aus der Weser keine Alternative. Diese wäre technisch durchaus machbar, jedoch mit hohem Aufwand. Es müssten mehrere Filtrationsstufen hintereinander umgesetzt werden, wie Uferfiltration, Umkehrosmose und UV-Filtration. Dennoch sind sich die Fachleute einig, dass die Qualität des Trinkwassers trotz der aufwendigen Verfahren qualitativ schlechter wäre als das Grundwasser aus Niedersachsen. Zwar würden die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung eingehalten, doch die Werte würden höher leigen, also näher an den Grenzwerten. Zudem sind Mikroschadstoffe wie Medikamentenrückstände oder Mikroplastik mit den geplanten Verfahren nicht völlig auszuschließen.

Im letzten Jahr hatte Bremen einen Bedarf von rund 32 Millionen Kubikmeter Trinkwasser. Neben Verden ist der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband sowie die Harzwasserwerke die Hauptzulieferer für Bremen. Die Eigenversorgung in Bremen kommt lediglich aus dem nördlichen Stadtgebiet. Das Wasserwerk Blumenthal, wo Grundwasser aus dem Stadtteil sowie aus Vegesack aufbereitet und ins Netz eingespeist wird, lieferte letztes Jahr 5,3 Millionen Kubikmeter.

Eine Erhöhung der Eigenversorgung lässt sich nicht Nennenswert umsetzen, so der Senat zur CDU-Anfrage, denn : „Aktuelle hydrogeologische Betrachtungen des Geologischen Dienstes bestätigen vorherige fachliche Bewertungen und zeigen, dass im Bereich Bremen-Nord keine signifikante Steigerung der bisher bewilligten Förder- beziehungsweise Entnahmemengen überwiegend aus naturräumlichen Gründen möglich ist.“ Wegen des hohen Salzgehaltes ist das Grundwasser im Stadtgebiet zur Trinkwassergewinnung ungeeignet.

Umso wichtiger ist es den Eigenanteil dann wenigstens dauerhaft zu sichern. Blumenthal ein 30 Quadratkilometer großes Wasserschutzgebiet mit strengen Auflagen für Grundeigentümer und produzierendes Gewerbe. Das haben die Vegesacker Brunnen auf dem Gelände an der Uhthoffstraße bisher nicht. Es gibt keinen Schutzstatus. Allerdings ändert sich das jetzt. „Wir haben Signale, dass einige betroffene Betriebe ihre früheren Einwände nicht mehr aufrechterhalten“, sagt Schaefer, Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft.

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