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Bill-Gates-Fäkalien-Trinkwasser

Bill Gates hat es sich mit seiner Bill & Melinda Gates Foundation zur Aufgabe gemacht den Ärmsten dieser Welt zu helfen. Bei seinem neuesten Projekt unterstützt er die Entwicklung einer wahren Wundermaschine. Der „Janicki Omniprocessor“ ist ein dreifacher Problemlöser. Er beseitigt Fäkalien, liefert Energie und produziert Trinkwasser.

Bill Gates trinkt ein Glas Wasser und lächelt. Im Grunde nichts weltbewegendes, doch der Multi-Milliardär hat in diesem Moment ein aus Fäkalien produziertes Trinkwasser getrunken. Er überzeugte sich vor Ort über die Funktionsweise des „Janicki-Omniprocessor“ und ist begeistert. „Das Wasser schmeckte ebenso gut wie alles, was ich bisher aus Flaschen getrunken habe. Nachdem ich die Technik hinter dem System studiert hatte, würde ich es jeden Tag trinken. Es ist völlig sicher“, erklärte der Microsoft Gründer.

Mit dieser Wunderanlage sollen gleich drei massive Probleme der Ärmsten gelöst werden. Etwa 2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und Sanitäranlagen. Mangelhafte Infrastrukturen in den ärmsten Regionen dieser Welt sind die Ursache für viele Erkrankungen, da die Abwässer mit Fäkalien dazu führen, dass auch das Trinkwasser kontaminiert wird. Durchfallerkrankungen sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins auf globaler Sicht. „Krankheiten durch schlechte Sanitäranlagen töten jedes Jahr 700.000 Kinder", so Gates.

Bill Gates engagiert sich über seine 38 Milliarden starke Stiftung schon lange im Kampf gegen diverse Krankheiten wie HIV, Kinderlähmung oder Malaria. Es ist nicht nur eine bessere medizinische Versorgung nötig, sondern eine Verbesserung der Lebensumstände, vor allem bei Sanitäranlagen und Trinkwasser. Hier ist auch gleich der erste Bereich, bei dem der Omniprocessor zum Einsatz kommt. Alle Abwässer werden zu der Maschine geleitet, die daraus Trinkwasser und Energie erzeugt. Entwickelt hat die Anlage das US-Unternehmen Janicki Bioenergy aus dem Bundesstaat Seattle. Erfinder und Bioingenieur Peter Janicki erklärt die Funktionsweise in einem Video.

Die Fäkalien werden in die Maschine gepumpt. Dann wird der Abwasserschlamm aufgekocht und ihm nahezu jegliches Wasser entzogen. Rund 80 Prozent der Masse sind Wasser und verdampfen bei dem Vorgang. Der Wasserdampf kondensiert anschließend und wird wieder zu Wasser. Dieses wird durch ein Reinigungssystem aufbereitet. Heraus kommt ein sauberes Trinkwasser. Die trockenen und gut brennbaren Rückstände, aus denen zuvor das Wasser entzogen wurde, kommen in einen Ofen und werden bei extrem hoher Hitze verbrannt. Mit der erzeugten Wärme wird wiederum Dampf erzeugt, der eine Gasturbine antreibt. Diese erzeugt Strom für die Aufrechterhaltung des eigenen Betriebs sowie für das Aufbereiten des Trinkwassers. Sie produziert angeblich ausreichend Energie. Überschüssige Energie könnte ins Stromnetz gespeist werden, erklärt der Erfinder. Nach dem Prozess bleibt lediglich ein wenig Asche übrig.

Der Omniprocessor ist ein „System, das einfach funktioniert“, sagt Doulaye Koné von der Bill and Melinda Gates Foundation. Multi-Milliarder Gates ist überzeugt, dass die Anlage schnell in entsprechenden Regionen zum Einsatz kommt. Sie löst nicht nur das Trinkwasserproblem, sondern ist für den Betreiber profitabel. „Die Maschine wird sich erfolgreich verbreiten. Sie wirft jeden Tag Geld ab“, erklärt Bill Gates.

Nach der ersten Testphase soll ein Pilotprojekt unter realen Bedingungen im Senegal durchgeführt werden. Der Versuch startet noch dieses Jahr. Gleichzeitig wird an der nächsten Generation der Maschine gearbeitet, die 11,5 Meter x 20 Meter Groß sein wird. Sie kannFäkalien von 100.000 Personen verarbeiten und würde schätzungsweise 86.000 Liter Wasser produzieren sowie 250 Kilowatt Strom ins nächste Netz einspeisen.

Bis der Omniprocessor in Serie gehen kann und flächendeckend zum Einsatz kommt, dürften noch einige Jahre vergehen. Ziel des Projektes ist die Anlage so kostengünstig anzubieten, dass Unternehmer in Entwicklungsländern diese finanzieren und sich selbstständig machen können. Es ließe sich Profit mit der Entsorgung der Fäkalien, dem produzieren von Trinkwasser und dem Erzeugen von Strom machen. Und hier steckt eventuell wieder der Wurm drin. Wo Profite winken ist nicht unbedingt den Ärmsten geholfen. Vor allem nicht in den Regionen wo mit der Armut oftmals auch Ausbeutung und Korruption Hand in Hand gehen.