×

Nachricht

Die E-Mail-Funktion wurde temporär aus dieser Website deaktiviert. Bitte später erneut versuchen.

Uranabbau in Namibia

Um in Zukunft mit der weltweit wachsenden Bevölkerung zurechtzukommen, gehört Wasser neben Energie und Landwirtschaft zu den drei größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Werden wassersparende Technologien in großem Umfang eingesetzt, ist es als Chance zu sehen, die Probleme der weltweiten Wasserknappheit in den Griff zu bekommen. Die Technologien sind bereits heute größtenteils vorhanden. Es kommt nun darauf an, sie umzusetzen und anzuwenden. Doch obwohl die Wasserknappheit ein Thema in Politik, Medien und Gesellschaft ist, wird Wasser an vielen Orten unsinnig verschwendet und fahrlässig verschmutzt.

Wir zeigen an einigen Beispielen, dass der größte Feind des Wassers der Profit ist. Doch nicht nur das Streben nach Profit verursacht Wasserverschwendung, sondern auch die Bequemlichkeit und Sorglosigkeit der Menschen tut ihr Übriges. Solange das Wasser aus dem Hahn kommt, macht sich kaum einer Sorgen.

Golfplätze und Erdbeeranbau in Spanien


Golfplatz-WasserverlustDas schöne Urlaubsland am Mittelmeer leidet unter extremem Wassermangel. Trotzdem wird in zwei Bereichen sorglos mit dem Wasser umgegangen. Einer der großen Verbraucher von Wasser sind die zahlreichen Golfplätze. Natürlich ist es schön, eine gepflegte Partie Golf zu spielen, doch ausgerechnet in einer der wasserärmsten Regionen Europas diesen Freuden nachzugehen, ist unvernünftig. Golfplätze sind nämlich regelrechte Wasserschlucker. Für die Bewässerung eines einzigen Golfplatzes ist eine Menge an Wasser notwendig, die für den Bedarf einer kleinen Stadt mit 15.000 Einwohnern reicht. Mit über 300 Golfplätzen in ganz Spanien kommt so einiges an Wasser zusammen. Wenn dabei noch bedacht wird, dass die Golfplätze nur in der Urlaubssaison einigermaßen ausgelastet sind und in der restlichen Zeit kaum bespielt werden, kann von unsinniger Wasserverschwendung gesprochen werden. Nicht nur die Hotelanlagen bieten Golfplätze für ihre Gäste, auch der massive Wohnungsbau hat viele Golfplätze entstehen lassen. Der Bauboom in Spanien war gigantisch, bevor die weltweite Immobilienblase durch die faulen Kredite die Finanz und Wirtschaftskrise auslöste. Das Paradoxe an der ganzen Sache ist, dass Wohnungen oder Häuser, die an einen Golfplatz angeschlossen sind, bis zu 20 Prozent teurer verkauft werden können. Da liegt es auf der Hand, Golfplätze anzulegen, um eine Wertsteigerung der Immobilien zu erzielen. Spanien ist mit der Wasserverschwendung durch Golfplätze in bester Gesellschaft. Andere Mittelmeerländer, in denen Wasser ebenfalls ein kostbares Gut ist, werden für den boomenden Tourismus geopfert. Allein in der Türkei sind 100 neue Golfplätze in Planung.

FruchtDer zweite Bereich, in dem Spanien Wasser unverhältnismäßig verbraucht, ist in der Landwirtschaft zu finden, genauer um den Anbau von Erdbeeren. Der „World Wide Fund For Nature“ (WWF) rät, beim Kauf von Erdbeeren aus Spanien etwas kritischer zu sein, denn wer zwischen Januar und April auf die köstliche Frucht nicht verzichten will, beteiligt sich an der Umweltzerstörung Spaniens. Nach Meinung des WWF hat der Anbau katastrophale Folgen für die Feuchtgebiete im Süden des Landes. Etwa 95 Prozent der spanischen Erdbeeren werden in einem 5.000 Hektar großen Gebiet in unmittelbarer Nähe des Nationalparks Coto de Doñana angebaut. Der auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes stehende Nationalpark leidet stark unter dem Durst der Erdbeeren, die pro Kilo etwa 115 Liter benötigen. Der Grund hierfür liegt in den illegal gebohrten Brunnen, welche das spanische Umweltministerium auf etwa 500.000 Stück beziffert. Dadurch ist die Versorgung mit frischem Wasser in den Feuchtgebieten um die Hälfte zurückgegangen. Felipe Fuentelsaz vom WWF erklärte gegenüber 3sat: „Jedes Jahr kommen Millionen von Zugvögeln hierher.

Das Wasser ist für sie sehr wichtig. Auch Reptilien, Amphibien, und Pflanzen sind bedroht, sie brauchen das Wasser zum Überleben. In den letzten Jahren haben wir viele Pinien an landwirtschaftliche Kulturen verloren. Wir hatten in dieser Zeit 15 Waldbrände. Was vorher Naturgebiet war, ist in landwirtschaftliche Nutzflächen umgewandelt worden.“ Jährlich werden rund 330.000 Tonnen Erdbeeren angebaut, von denen 50 Prozent exportiert werden. Hauptabnehmer sind Frankreich und Deutschland und somit ist auch die von uns verursachte Nachfrage nach den süßen Früchten mitschuldig an der Wasserverschwendung.

Nach Kalifornien ist Spanien zum größten Erdbeeranbaugebiet der Welt geworden. Der Anbau der durstigen Früchte lohnt sich, denn die Erdbeerbauern gehören zu den reichsten in ganz Spanien. Möglich machen es die EU-Subventionen, die allerdings einen beträchtlichen Anteil an der Wasserverschwendung haben. Da es in Spanien zu einer Überproduktion von Erdbeeren gekommen ist, können die Märkte nicht alles aufnehmen. Daher werden Teile der Ernte vernichtet, um die Preise zu stützen. Ein absoluter Wahnsinn. Wie lange Spanien noch über seine Verhältnisse in Sachen Wasser leben kann, ist nur eine Frage der Zeit. Findet nicht bald ein Umdenken statt, trocknet das Land aus. Einen Beitrag kann jeder selber leisten. Verzichten Sie auf Erdbeeren außerhalb der Saison.