Uranabbau in Namibia


Milchkühe in Saudi-Arabien

KuhSaudi-Arabien ist ein wasserarmes Land, kann sich jedoch durch seinen Reichtum die Wasserversorgung durch den Einsatz von Entsalzungsanlagen leisten. Es war schon in den 80er Jahren klar, dass etwa 2020 die natürlichen Wasserreserven ausgebeutet sein würden. Daher investierte der Wüstenstaat in diese teure Technik und gewinnt heute mehr Wasser aus Entsalzungsanlagen als jede andere Nation der Welt. Doch auch die Saudis verschwenden ihr Wasser wegen der ansteigenden Nachfrage von Milch und Milchprodukten im eigenen Land. Mitten in der Wüste, etwa 100 Kilometer südöstlich von Riad, steht die Al-Safi-Molkereifarm. Dort herrschen durchschnittlich 40 Grad im Schatten. In den Wellblechhütten und unter Sonnensegeln stehen Holsteinische Friesenkühe und lassen sich duschen, denn Klimaanlagen versprühen kühles Wasser und reduzieren damit die Temperatur auf 26 Grad. Die mehr als 13.000 Milchkühe geben durch die Dusche genauso viel Milch wie Kühe auf den grünen Wiesen Europas. Als es die Kühlanlage noch nicht gab, fraßen die Kühe zu wenig und gaben dementsprechend weniger Milch.

Seit die Kühe geduscht werden, geben sie 35 statt 18 Liter am Tag. Auf dem 34 Quadratkilometer großen Gebiet arbeiten 1.300 Menschen. Bis zu 1.000 Kühe können in den 14 Melkanlagen zeitgleich gemolken werden. Um sich eine Vorstellung zu machen, wie groß die Molkerei ist, muss die Tatsache erwähnt werden, dass die Al-Safi-Farm 1998 im Guiness-Buch der Rekorde als größte Molkereifarm der Welt eingetragen war. Zu diesem Rekord kommt allerdings ein Negativ- Rekord, denn pro Liter Milch werden 3.500 Liter Wasser benötigt.

Neben der Kühlung wird nämlich vor allem Wasser für den Anbau von Futtergras in der Wüste benötigt. Die Brunnen sind teilweise 2.000 Meter tief, um noch die letzten Reste des Grundwassers anzuzapfen. Die Anbaufläche von 67 Quadratkilometern wurde sogar schon in eine andere Region verlagert, in der es noch Wasserreserven gibt. Es wird sogar mit dem Gedanken gespielt, entsalztes Wasser aus dem 360 Kilometer entfernten Dammam heranzuholen, um das Futtergras anzubauen, denn  in dem ölreichen Land sind die Energiekosten sowie die Lohnkosten niedrig. Paradoxerweise kostet die Milch für den Endverbraucher im Laden genauso viel wie importierte Milch.

Die sieben Beispiele aus der ganzen Welt zeigen deutlich, dass in vielen Bereichen Wasser immer noch unsinnig verschwendet und/oder verschmutzt wird. Technologien und Lösungen für diese Probleme sind vorhanden, doch oftmals sind die Kosten bzw. der Profitfaktor das Kriterium für diese katastrophalen Vorgehensweisen. Es bleibt zu hoffen, dass der bewusste Umgang mit der wichtigsten Ressource der Welt in den Köpfen der Entscheider Einzug findet und endlich ein globales Umdenken stattfindet.

 

 

 

 

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