Laut neuen Dokumenten die der britischen Zeitung Guardian vorliegen half Microsoft beim ausspionieren seiner Kunden. Die Dokumente stammen von IT-Spezialist Edward Snowden. Microsoft beteuerte in der Vergangenheit der NSA und dem FBI direkt geholfen zu haben, doch anscheinend zieht der PRISM Skandal immer weitere Kreise.

Nach Angaben der britischen Tageszeitung hat der Softwarekonzern eng mit den amerikanischen Geheimdiensten zusammengearbeitet und direkt dabei geholfen seine User der diversen Dienste auszuspähen. So sei es der National Security Agency (NSA) möglich gewesen die Verschlüsselung von Emails zu umgehen. Zudem hatten die NSA und das FBI mithilfe der Spionagesoftware PRISM Zugang auf den Onlinespeicherdienst SkyDrive gehabt. Ebenso der beliebte und millionenfach genutzte kostenlose Telefondienst Skype wurde mithilfe von Microsoft für die Spionagedienste zugänglich, die dadurch Zugriff auf sämtliches Video- und Audiomaterial hatten.

Dabei hat Microsoft zuvor noch der Öffentlichkeit jegliche direkte Hilfe bestritten. „Microsoft gewährt keiner Regierung pauschal oder direkt Zugang zu SkyDrive, Outlook.com, Skype oder einen anderen Microsoft-Dienst“, so die offizielle Aussage des Software-Riesen. Es wurde immer betont, dass die Herausgabe der Userdaten nur nach amerikanischem Recht an die Behörden weitergegeben würde, wie beispielsweise mit einer richterlichen Verfügung oder in Situationen in denen der Patriot Act zum Tragen kommt.

Google, facebook und Apple bestritten ebenfalls nach bekanntwerden des PRISM-Skandals durch den Whistleblower  Snowden direkt mit den Geheimdiensten zusammengearbeitet zu haben. Noch gilt für die anderen drei Datengiganten die Unschuldsvermutung, aber es würde nicht verwundern wenn auch hier demnächst kompromentierendes Material auftaucht. Der von den Vereinigten Staaten per Haftbefehl gesuchte Edward Snowden wird nach seiner Flucht über Hongkong nach Moskau immer noch im Transitbereich des Moskauer Flughafens vermutet.

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