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China und Russland verlieren immer mehr das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft und den US-Dollar. Die beiden Nationen ziehen ihre Investitionen weiter schrittweise ab. Japan ist zum Hauptfinanzierer der USA aufgestiegen. Der „Weltwährungsstatus“ des US-Dollar kommt immer mehr ins Wanken. Noch geben sich die Amerikaner nach außen hin gelassen. In Washington dürfte dies trotzdem Thema sein.

Diese Veränderung wird in Washington für schlechte Stimmung und Kopfzerbrechen sorgen. Nicht nur das Russland und China schon vor längerem ein Ölabkommen in den eigenen Landeswährungen abgeschlossen haben, welches dem Petrodollar schwer zu schaffen macht. Jetzt macht sich die amerikanische Finanzwelt sorgen, weil bestätigt wurde, was viele an den Märkten schon ahnten und teilweise spürten. Es kommt immer weniger Liquidität in die amerikanische Wirtschaft von Seiten Russlands und China.

China verzichtet bereits seit Januar 2014 auf den Kauf von US-Staatsanleihen und hat seitdem schrittweise US-Treasuries mit einem Volumen von 51,9 Milliarden US-Dollar abgestoßen. Russland hatte im Dezember 2013 noch insgesamt 138,6 Milliarden US-Dollar an US-Staatsanleihen, was sich zum Stand vom Februar 2015 auf nur noch 69,6 Milliarden US-Dollar reduzierte. Russland hat innerhalb eines Jahres US-Staatsschuldenpapiere im Wert von 69 Milliarden US-Dollar abgestoßen und betreibt dies weiterhin im selben Umfang.

Gleichzeitig wächst der Schuldenberg der USA immer weiter und rasanter an. Zum aktuellen Zeitpunkt beläuft sich die Staatsverschuldung auf 18,2 Billionen US-Dollar mit einer Pro Kopf-Verschuldung in Höhe von 42.697 US-Dollar. Damit liegen die USA auf Platz drei der am meisten verschuldeten Länder bei der Pro-Kopf-Verschuldung. Spitzenreiter ist Japan, gefolgt von Griechenland. Allein im letzten Jahr verschuldeten sich die USA um 700 Milliarden US-Dollar. Innerhalb der letzten 17 Jahre hat sich die Staatsverschuldung der US-Staaten verdreieinhalbfacht.

In etwa zwei Jahren wird die Schuld der Amerikaner auf 20 Billionen ansteigen. Experte David Stockman, Kabinettsmitglied von 1981 und 1985 unter Präsidenten Ronald Reagan, schätzt das bis zum Jahre 2024 die USA einen Schuldenstand von 33 Billionen erreichen wird. Russland hat im Vergleich zu den USA eine Staatsverschuldung von „nur“ 41,5 Milliarden US-Dollar. Kalkulatorisch sind die Amerikaner 44.000 Prozent höher verschuldet als Russland. Das exponentielle Wachstum der US-Staatsschulden ist ein undurchdringbarer Teufelskreis, da die USA auf die fortlaufende Aufnahme von riesigen Neuschulden angewiesen sind, um die Refinanzierung der Altlasten zu bedienen.

Da sich mit China und Russland zwei der größten Investoren der Amerikaner zurück ziehen, stellt sich die Frage wer demnächst der USA Geld leiht. Japan kauft derzeit verstärkt Schuldenpapiere der USA auf. Doch wie lange und in welcher Höhe können die Japaner das treiben, da es mit der japanischen Wirtschaft selbst auch nicht gerade rosig aussieht? Japan ist das am meisten verschuldete Land der Welt. Die Verschuldung im Vergleich zur Wirtschaftsleistung liegt bei 238 Prozent des Bruttosozialproduktes. Es ist schon paradox, dass Japan als Nation mit den größten Schulden den hochverschuldeten USA mit dem Kauf von Staatsanleihen hilft. Allerdings haben die Japaner auch keine andere Wahl. Die japanische Wirtschaft ist stark abhängig von den Amerikanern. Die USA ist Hauptabnehmer von japanischen Waren, insbesondere von Elektronik, Maschinen, Transportmitteln und Chemikalien. Zudem werden aus den USA die meisten Importe bezogen, hier vor allem auch Rohstoffe. Daher ist es im Interesse der japanischen Wirtschaft, das die US-Märkte liquide bleiben und der US-Dollar als Weltwährung intakt ist. Wie lange die Japaner ihre Druckerpresse laufen lassen können, um das wackelige Konstrukt aufrecht zu erhalten muss sich zeigen. Irgendwie erinnert das alles an einen Alkoholiker der versucht einem anderen Alkoholiker mit einer Flasche Whisky seine Sucht zu bekämpfen.